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WZ-Newsline 02.03.2011
Siegersbusch: Anwohner wollen um ihre Kleingärten kämpfen
Vohwinkel. Weiterhin nicht hinnehmen wollen die Anwohner am Siegersbusch den Verlust ihrer Kleingärten durch ein städtisches Bauprojekt. Bei einem Treffen mit rund 80 Teilnehmern wurde vorgestern der Verein „Interessengemeinschaft Tesche“ gegründet. Mit einer möglichst breiten Beteiligung wollen sich die Bürger bei Politik und Verwaltung Gehör verschaffen sowie die möglichen Rechtsmittel ausschöpfen. „Wir werden uns wehren“, sagt der neue Vereinsvorsitzende Dieter Korten. Die Verwaltung möchte ein rund 5000 Quadratmeter großes Gelände für den Bau von vier bis fünf Mehrfamilienhäusern vermarkten. Dafür sollen 16 Kleingartenparzellen weichen. Stadtentwicklungsausschuss und Bezirksvertretung hatten zuletzt für das Bauprojekt gestimmt.
Westdeutsche Zeitung 11.02.2011
Siegersbusch: Kleingärten weichen Bauprojekt Von Eike Birkmeier
Anwohner erbost über Entscheidung. Bedrohtes Mietshaus bleibt erhalten.
Vohwinkel. Für die Anwohner am Siegersbusch ist es kein wirklicher Trost: Beim südwestlich der Straße geplanten Bauprojekt der Stadt bleibt das vom Abriss bedrohte Mietshaus Siegersbusch 19 erhalten. Weichen müssen allerdings 16 Kleingartenparzellen – die Anwohner sind darüber erbost.
Die Verwaltung möchte ein rund 5000 Quadratmeter großes Gelände für den Bau von vier bis fünf Mehrfamilienhäusern vermarkten. Die Anlieger und Parzellenbesitzer befürchten durch den Wegfall der Gärten einen entscheidenden Verlust ihrer Lebensqualität. In der Sitzung der Vohwinkeler Bezirksvertretung machten sie ihrem Ärger Luft. Die Mitglieder des Stadtteilgremiums sprachen sich dennoch bis auf die Fraktion der Linken für das Bauvorhaben aus.
„Der Garten ist mein Leben.“
Karl Cremer, betroffener Kleingärtner.
Natürlich ist die Aufgabe der Gärten für deren Eigentümer schmerzlich“, sagt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD). Nachdem der Erhalt des Hauses Siegersbusch 19 gesichert sei, könne man sich angesichts der schwierigen kommunalen Haushaltslage einer Vermarktung dieses attraktiven Geländes nicht verschließen. Auch Grünen-Fraktionssprecherin Christiane von Zahn befürwortet das Projekt: „Die Fläche bietet sich mit ihrer innerstädtischen Lage an und es wird nicht auf der grünen Wiese gebaut.“
Um zumindest einen verträglichen Übergangszeitraum zu schaffen, sprach sich die Bezirksvertretung für einen Bestandsschutz der Gartenanlage bis zum voraussichtlichen Ende des Verfahrens im Herbst 2012 und eine anschließende Kündigungsfrist von sechs Monaten aus.
Die Betroffenen kann das nicht trösten. „Der Garten ist mein Leben“, sagt Rentner Karl Cremer, der seine Anlage bereits seit Jahrzehnten nutzt. Auch den jüngeren Laubenpiepern steht der Zorn ins Gesicht geschrieben. „Es ist wirklich traurig, wie wir hier übergangen werden“, sagt Dieter Golinski.
Stadt: Projekt fügt sich gut ins Umfeld ein
Die Bürger kritisieren zudem fehlende Informationen der Verwaltung. Diese hätte sich nach einer entsprechenden Entscheidung des Bauausschusses von Ende 2009 gerade mit den Bewohnern des bedrohten Hauses in Verbindung setzen sollen. „Genau das ist nicht passiert“, bemängelt Anwohner Dieter Korten. Aufgrund des geplanten Neubaus sieht er eine Verschlechterung der Wohnsituation und will langfristig vom Siegersbusch wegziehen.
Die Stadt verteidigt dagegen das Projekt. „Wir planen hier 20 bis 25 Wohneinheiten, bei einer höchstens dreigeschossigen Bauweise“, so der Leiter der Grundstückswirtschaft Herbert Horst. „Das Ganze wird sehr verträglich in das bestehende Umfeld eingefügt“, betont er.
Westdeutsche Zeitung 09.10.2009
Siegersbusch: Ärger um Häuser geht weiter von Eike Birkmeier
Weiterhin herrscht Verunsicherung über das Vorhaben. Der Ausschuss Bauplanung fordert mehr Informationen.
Vohwinkel. Ob Zaun ausbessern oder Hecken pflanzen – für Kleingärtnerin Jutta Rosner gibt es eigentlich immer etwas zu tun. Doch die emsige Laubenpieperin hat ein Problem. Sie weiß nicht, ob ihre jetzige Mühe in naher Zukunft dem Abrissbagger zum Opfer fallen könnte.
Wie sie bangen 16 Kleingärtner südwestlich der Straße Siegersbusch um ihre Parzellen, da die Stadt hier vier bis fünf Mehrfamilienhäuser errichten lassen will. Nicht besser geht es den 15 Mietern des Hauses Siegersbusch 19, das durch die geplante Baumaßnahme ebenfalls vom Abbruch bedroht ist. Auch hier stehen in einigen Wohnungen Investitionen für die Bewohner an.
Jetzt liegt das umstrittene Verfahren, das auch auf Widerstand der Vohwinkeler Bezirksvertretung stößt, allerdings auf Eis. Im Ausschuss Bauplanung wollte man sich noch kein Urteil bilden. Die Mitglieder des Gremiums wollen mehr Informationen für sich und die Menschen am Siegersbusch. „Wir möchten von der Verwaltung mögliche Alternativen hören, und sie muss mit den betroffenen Bürgern sprechen“, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende und SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Klaus Jürgen Reese. Damit stieß er im Gremium auf breite Zustimmung.
„Bei uns herrscht weiterhin große Unsicherheit.“
Kirsten Golinski, Kleingärtnerin
Auch die Bewohner wünschen sich mehr und einheitlichere Informationen. Einerseits betont das Gebäudemanagement in einem Schreiben an die Mieter, dass ein Abriss des Hauses bei Umsetzung der Pläne nicht zwingend vorgesehen sei. Andererseits stellt ein Brief des Finanzressorts an die Kleingärtner klar, dass das „bestehende Mietshaus Siegersbusch 19 sowie die dahinter liegenden Ziergärten dann zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen würden“.
„Bei uns herrscht weiterhin große Unsicherheit“, sagt Kleingärtnerin Kirsten Golinski. Mieter und Gartenbesitzer begrüßen die Entscheidung des Ausschusses Bauplanung. Die Sorge um die Zukunft aber bleibt – vermutlich nicht zu Unrecht. Grundsätzlich betont die Verwaltung zwar, dass die Entwicklung der Fläche erst am Anfang stehe. Im beschleunigten Verfahren rechnet sie allerdings mit einer schnellen Offenlegung der Pläne möglicherweise bereits im nächsten Jahr.
Westdeutsche Zeitung 01.10.2009
Siegersbusch: Anwohner warten immer noch auf eine Lösung von Eike Birkmeier
Abriss oder nicht? Schreiben der Stadt sorgen für Verwirrung.
Vohwinkel. Für die 25 in der Sitzung anwesenden Hausbewohner und Kleingärtner war es eine positive Nachricht: Die Pläne für das umstrittene Bauvorhaben am Siegersbusch in Vohwinkel liegen auch nach der erneuten Behandlung im Ausschuss Bauplanung weiterhin auf Eis. Die Mitglieder des Gremiums wünschen sich mehr Informationen für sich und die betroffenen Bürger.
Ausschuss: Die Verwaltung muss mit den Bürgern sprechen
Der Plan der Stadt sah ursprünglich so aus: Bei einer vorgesehenen Bebauung mit vier bis fünf Mehrfamilienhäusern sollten 16 Kleingartenparzellen weichen und das städtische Haus Siegersbusch 19 abgerissen werden. Dagegen gibt es nach wie vor großen Widerstand, auch von der Vohwinkeler Bezirksvertretung. Die Mitglieder des Ausschusses Bauplanung wollten sich über das Thema noch kein Urteil bilden. „Wir möchten von der Verwaltung Alternativen hören, und sie muss mit den betroffenen Bürgern sprechen“, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende und SPD-Ratsfraktionschef Klaus Jürgen Reese. Damit stieß er im Gremium auf Zustimmung.
Auch die Betroffenen hoffen auf mehr und einheitlichere Informationen. Gerade unter den Mietern des bei Umsetzung der Pläne vom Abbruch bedrohten Hauses am Siegersbusch herrscht weiterhin große Verunsicherung. In einem Schreiben des Wuppertaler Gebäudemanagements an die Bewohner entschuldigt sich die Stadt zwar für die durch das Verfahren ausgelöste Unruhe. Bedauert wird hier allerdings weniger die späte Benachrichtigung der Mieter, sondern die nach Auffassung des Gebäudemanagements „irreführende Diskussion in der Bezirksvertretung und die anschließende Berichterstattung in der Tagespresse“.
Weiter heißt es in dem Schreiben, ein Verkauf des Hauses sei im Moment noch nicht zwingend vorgesehen. Ein weiteres Schreiben des Finanzressorts an die Kleingärtner wird dagegen deutlicher. „Das bestehende Mietshaus Siegersbusch 19 sowie die dahinter liegenden Ziergärten würden dann zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen“, heißt es hier. „Für uns ist das natürlich ein Schlag ins Gesicht“, erklärt Hausbewohner Dieter Korten. Grundsätzlich betont die Verwaltung, dass die Entwicklung der Fläche erst am Anfang stehe. Im beschleunigten Verfahren rechnet sie aber mit einer schnellen Offenlegung der Pläne.
Westdeutsche Zeitung 16.06.2009
Siegersbusch: Stadt entschuldigt sich von Eike Birkmeyer
Die späte Benachrichtigung der Mieter über den drohenden Abriss des Gebäudes sei ein Fehler gewesen.
Vohwinkel. Im Zuge der Aufregung über den möglichen Abriss des Hauses Siegersbusch 19 in Vohwinkel entschuldigt sich die Stadt jetzt für die späte Benachrichtigung bei den Mietern. Diese erfuhren erst bei der jüngsten Sitzung der Vohwinkeler Bezirksvertretung von den entsprechenden Verwaltungsplänen und reagierten entsprechend geschockt. Falls es zur Umsetzung des Bauvorhabens kommt, sollen 16 Kleingartenparzellen südwestlich der Straße Siegersbusch einer Bebauung mit vier bis fünf Mehrfamilienhäusern weichen. Für eine entsprechende Erschließung wäre nach Aussage der Stadtplanung ein Abriss des Mietshauses Siegersbusch 19 nötig.
Dieses gehört noch dem Wuppertaler Gebäudemanagement, wie etwa 20 weitere Gebäude, die vermarktet werden sollen. „Wir haben es versäumt, unsere Mieter im Vorfeld ausreichend zu informieren und das tut uns natürlich leid“, sagt Martina Eckermann vom Wuppertaler Presseamt. Die Stadt will nun das Gespräch mit den Bewohnern suchen. Eckermann betonte außerdem, dass sich die Verwaltung bei der Entwicklung der Fläche erst am Beginn des Verfahrens befinde und eine Bebauung sowie der damit verbundene Abriss noch nicht feststünden.
Vor allem mit den Kleingärtnern droht Ärger
„Wir werden natürlich alle Bedenken und Anregungen der Bürger aufnehmen“, so die Presseamtsleiterin. Gleichwohl rechnet die Stadt im beschleunigten Verfahren mit einer Offenlegung der Pläne bereits im nächsten Jahr. Streit dürfte es derweil mit den Kleingärtnern geben. Nach Aussage der Verwaltung handelt es sich hier um einzelne „Grabelandparzellen“, die nicht nach dem Bundeskleingartengesetz zu beurteilen seien. Dagegen wollen sich die Gartenpächter wehren. Auch die Hausbewohner und Nachbarn am Siegersbusch haben gegen das Bauprojekt Widerstand angekündigt. Von der Vohwinkeler Bezirksvertretung gibt es ebenfalls ein klares Nein zur Bebauung und zum Abriss. „Die Grünanlage besitzt eine besondere Qualität und beim Siegersbusch 19 handelt es sich außerdem um ein wichtiges historisches Gebäude“, sagt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann.
Westdeutsche Zeitung 12.06.2009
Siegersbusch: Stadt will Mietshaus abreißen von Eike Birkmeier
Vohwinkel: Die Anwohner wurden vorab nicht informiert – und sind geschockt. Kritik kommt auch aus der Bezirksvertretung
Wuppertal. Für erheblichen Ärger sorgt derzeit ein geplantes Bauvorhaben auf städtischem Gelände südwestlich der Straße Siegersbusch in Vohwinkel. Dort sollen 16 Kleingartenparzellen einer Bebauung mit vier bis fünf Mehrfamilienhäusern weichen. Dagegen wehren sich Kleingärtner und Anwohner gleichermaßen.
Bei der Vohwinkeler Bezirksvertretung am vergangenen Mittwoch teilte die Verwaltung zudem erstmals mit, dass für die entsprechende Erschließung das Mehrfamilienhaus Siegersbusch19 abgerissen werden muss. Die in der Sitzung zahlreich anwesenden Bewohner sind geschockt.
Uns hat vorher niemand etwas davon gesagt. Wir wissen jetzt nicht, wie es weitergeht“, sagt Ulrike Schild-Frunzo. Die junge Mutter eines einjährigen Sohnes lebt zusammen mit ihrem Mann bereits seit acht Jahren am Siegersbusch. Gerade hat die Familie noch kräftig in Wohnung und Garten des Gebäudes investiert.
„Das Haus ist in gutem Zustand und fast voll vermietet“, betont Schild-Frunzo. Aus der Vohwinkeler Politik bekommen Bewohner und Kleingärtner volle Rückendeckung. „Ich kann nicht verstehen, dass die Mieter des Hauses nicht vorab informiert wurden“, sagt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann.
„Uns hat vorher niemand etwas davon gesagt. Wir wissen jetzt nicht, wie es weitergeht.“
Ulrike Schild-Frunzo, Anwohnerin
Vom Stadtteilgremium gibt es außerdem ein klares Nein zum Bauvorhaben. „Die Kleingartenanlage ist äußerst gepflegt, mit Leben gefüllt und macht einen hervorragenden Eindruck“, sagt CDU Fraktionssprecher Moritz Iseke. Zudem handele es sich beim Siegersbusch 19 um ein historisch bedeutsames Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert.
Stadtplanerin Stephanie Kahrau betont, dass sich die Verwaltung im Verfahren erst am Anfang befinde (siehe Kasten) und alle Bedenken und Anregungen seitens der Bürger aufgenommen würden. Gleichwohl rechnet die Verwaltung im beschleunigten Verfahren mit einer Offenlegung der Pläne bereits im nächsten Jahr.
Diskussionen geben könnte es allerdings auch noch über die rechtliche Bewertung der Kleingärten. Die Stadt sieht diese als „Grabelandparzellen“, die nicht nach dem Bundeskleingartengesetz zu beurteilen seien. Von den Pächtern der Kleingärten wird dies bestritten.
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